„Zu früh“ zu kommen kann sowohl für den Mann, wie auch für die Frau, äusserst frustrierend sein. Schon nach kurzer Zeit stellt sich meist ein Teufelskreis aus Versagensängsten, Anspannung und Vermeidungsstrategien ein. Die Angst vor dem Frühzeitigen wird so gross, dass sie zu einem Teil der Ursache wird. Hinzu kommt möglicherweise dann auch noch ein Gefühl der Scham, welches es schwierig macht, darüber zu sprechen.

Wenn man Schätzungen glauben will, dann leidet jeder vierte bis fünfte Mann in der Schweiz unter „Frühzeitigem“. Mann ist also gar nicht so alleine damit, wie er häufig meint.

Muss man dies als unabwendbares Schicksal hinnehmen?

Nein, denn mit einer seriösen Evaluation der Situation kann man möglichen Ursachen auf den Grund gehen und Strategien entwickeln, um die sexuelle Energie deutlich länger halten zu können. Dies bedeutet letztendlich eine tiefere Befriedigung und ein längeres Verweilen in der Lust.

Die meisten Männer beschäftigen sich erst mit ihrer Prostata, wenn diese ihnen Probleme bereitet. Das ist eigentlich schade, denn einerseits wäre sie eine weitere Lustquelle für den Mann, die ihm ganze neue Dimensionen der Sexualität eröffnen kann, und andererseits lohnt es sich, aus gesundheitlichen Gründen, ihr etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

Vor vielen Jahren, bevor ich mit Tantra in Kontakt kam, dachte ich eine doch einigermassen befriedigende Sexualität zu leben. Nach meinem Empfinden war das auch so: Ich hatte regelmässig klitorale Orgasmen, zuweilen zeitgleiche Orgasmen mit meinem Partner … also eigentlich doch alles paletti. Weshalb sollte ich mich also um irgendwas kümmern? Dass man in der Vagina nicht viel spürt, war für mich normal und dass es anders sein könnte, kam mir gar nicht in den Sinn.

Irgendwann besuchte ich dann meinen ersten Tantrakurs … und alles wurde anders. Mir wurde schnell klar, dass es da noch viel mehr zu erleben gibt, als ich bis jetzt kannte. Ich las über die verschiedenen Arten von Orgasmen, staunte (denn ich kannte ja nur den klitoralen) und machte mich auf den Weg, um dieses unbekannte Territorium zu erforschen.

Im Verlauf meiner Forschungsreise, stiess ich auch auf die sogenannte Yoni*-Massage, auf die ich mehr und mehr neugierig wurde, vor allem weil ich von anderen Frauen schon einiges über die teils sehr heilsame Wirkung gehört hatte.

Weshalb der männliche Orgasmus nicht so simpel ist, wie man ihn uns weismachen will

Ein Artikel aus RebelleSociety von Jeremiah Barnes*
übersetzt von Nicole Strübin

Wo auch immer man schaut, gibt es die gemeinsame Überzeugung, die weibliche Sexualität sei wie ein mystischer, geheimer Garten, eine Kunstform, während die männliche Sexualität wie ein einfacher Algorithmus ist.

Frauen benötigen Stunden bis zum Orgasmus (wenn sie überhaupt zum Orgasmus kommen).
Männer brauchen einen festen Griff und 5 bis 7 Minuten Reibung.

Frauen brauchen emotionale Sicherheit um loszulassen.
Männer brauchen einen festen Griff und 5 bis 7 Minuten Reibung.

Frauen müssen wie eine Göttin behandelt werden, mit Weihrauch, ausgiebigem Vorspiel und Massageöl.
Männer brauchen einen festen Griff und 5 bis 7 Minuten Reibung.

Erahnen Sie worauf ich anspiele? Da ist eine Dysbalance! Und ich frage: Ist da wirklich eine? Oder wäre es möglich, dass wir bei männlicher Sexualität einen falschen Blickwinkel einnehmen? Ich denke das tun wir. Wenn die Medien über männliche Sexualität schreiben, dann über einen sehr oberflächlichen Teil davon.

Als jemand, der sich in seinem Erwachsenenleben der Sexualität sehr aufgeschlossen näherte, und mit verschiedenen Settings, Techniken und Traditionen experimentierte, würde ich sagen: Da gibt es noch viel mehr in der männlichen Sexualität als uns in der Regel bekannt ist.

Dass mit Burnout-Symptomen nicht zu spassen ist, das wissen wohl die meisten von uns aus dem Umfeld oder gar aus eigener Erfahrung. Doch wie soll man da wieder heraus kommen, wenn man schon in einen Zustand geraten ist, in dem man …

  • häufig seinen Körper nicht mehr oder nur noch wenig spürt?
  • deshalb nur noch am Funktionieren ist?
  • sich kaum mehr entspannen kann, weil der innere Motor auch in der Freizeit weiter auf Hochtouren läuft?

Welchen Zusammenhang hat eine Tantramassage mit Burnout oder Burnout-Prävention? Da geht es doch primär um Sinnlichkeit und Lust! mögen Sie jetzt denken.

Stimmt! In einer Tantramassage wird die sinnliche Lust als zusätzliche Ressource genutzt und genau da liegt eine ihrer Stärken.

Was ist nun der Unterschied zwischen einer „normalen“ und einer Tantramassage?

Bei einer Tantramassage ist der Fokus, nebst dem Lösen von Verspannungen, hauptsächlich auf der Sinneswahrnehmung und der Präsenz im ganzen Körper – somit bei genau denjenigen Faktoren, die einem beim Burnout immer mehr abhandengekommen sind.

Was wäre wenn ...

wir unseren eigenen Körper lieben würden, wie das Liebste ausserhalb von uns? Ihn so liebten, wie unseren Partner, unsere Kinder, die beste Freundin, unseren Hund, eine sorgsam gehegte Pflanze? Ja dann … dann würden wir ihm aufmerksam zuhören, wenn ihn etwas plagt.

Wir lernten seine Sprache … auch wenn wir ihm anfangs, noch etwas unbeholfen, nur „je t’aime“ ins Ohr flüstern könnten. Wir würden uns zärtlich die eigene Hand halten und uns selber eine Umarmung geben, wenn wir sie nötig hätten.

Was hat Essen mit Sex zu tun? Nun … beides kann äusserst sinnlich, gelungen, nährend, befriedigend oder auch zutiefst unbefriedigend sein.

Beim Essen geniessen wir alle Geschmacksnuancen eines Gerichtes von salzig, süss, sauer bis zu exotisch, und lassen uns zum Dessert den warmen Schokoladekuchen auf der Zunge zergehen. Nach einem feinen Essen sind wir meist so richtig zufrieden. Es muss nicht immer ein raffiniertes 5-Gang-Menü sein, sondern zuweilen hat auch ein Brot mit Käse, nach einer anstrengenden Wanderung, eine ähnliche Wirkung.

Nun schlage ich vor über Sex auch so zu sprechen wie über das Essen:

„Ich hab heute Mittag einen super Sandwich im Stehen gegessen, weil ich wenig Zeit hatte und war danach so richtig genährt für den Nachmittag.“

oder ...

Hast du dich schon mal gefragt, weshalb es Schamhügel und Schamlippen heisst, anstatt Lusthügel und Lustlippen?

Gar nicht aufgefallen? Na, das ist ja auch kein Wunder, denn wir benutzen in der Regel diejenigen Wörter, die man uns beigebracht hat.

Spielt eh keine Rolle? Oder etwa doch?